Menschen und Berufe

Alles ist gut.   Nur nicht immer,   nur nicht über­all,   nur nicht für alle.  (Novalis)

Por­traits und charak­ter­is­tis­che Situationen

Men­schen bei ihrer Arbeit, sel­tene oder ausster­bende Berufe, Men­schen bei ihrem Hob­by, in der Freizeit,  Men­schen in ihrer Umge­bung, Men­schen draußen und drin­nen; Men­schen eben.

Mit allen Men­schen auf den Fotos hat­te ich vorher per­sön­lichen Kon­takt, immer kurze oder auch län­gere per­sön­liche Gespräche und Begeg­nun­gen, manch­mal wur­den daraus auch Fre­und­schaften – son­st kann man Fotos wie diese nicht machen; man muss schon ein Gespräch, eine Beziehung auf­bauen, um dem Bild Seele geben zu kön­nen. Ein heute all­ge­mein oft üblich­es “Draufhal­ten” geht gar nicht.

Denn: Fotografie fängt im Kopf an, nicht in der Kamera!
Will heißen: Wenn ich die mich umgebende Sit­u­a­tion soweit erfasst habe, entste­ht sofort ein kleines Konzept, wie unge­fähr das Bild ausse­hen soll, wo will ich hin, was will ich damit aus­drück­en, was soll beim Betra­chter ‘rüberkom­men. Ähn­lich wie das Drehbuch beim Film, nur eben anders. 

Die Kam­era dient lediglich als Werkzeug zur Umset­zung, deren Tech­nik ich aber schon im Schlaf beherrschen sollte.

Die fol­gen­den Fotos sind eine lose, nicht geord­nete Samm­lung von Ein­drück­en – Einzelfo­tos – die ich mit mein­er Kam­era ein­f­ing. Ich hat­te sie fast immer dabei. Einzelfo­to heißt dabei nicht, nur 1x auf den Aus­lös­er zu drück­en, nein, eher 3, 5, 7 mal oder mehr, eher spielerisch, oder führend, bis man glaubt, das richtige Bild im Kas­ten zu haben.

Das wahre Ergeb­nis sieht man dann erst nach der Fil­men­twick­lung auf dem Kon­tak­t­bo­gen. Da ist dann “das Bild” dabei; ist es das nicht, war ich als Fotograf nicht gut genug!

Auch hier gilt: Wenn es mir gelingt, erzählt das einzelne Bild sog­ar eine Geschichte anstelle geschrieben­er Worte und wirkt auf den Betra­chter in ganz indi­vidu­eller Weise so, dass es ihm seine für ihn ganz eigene Geschichte erzählt.

Mein Fre­und und Beruf­skol­lege Hart­mut hat das sehr tre­f­fend so ausgedrückt:
“Es kommt weniger darauf an, wie die Dinge sind, son­dern vielmehr darauf, wie sie gese­hen, emp­fun­den oder inter­pretiert werden.”

Im Fol­gen­den eine lose willkür­liche Sammlung:

Tech­nis­ch­er Hin­weis: Alle Fotos sind wegen schnellerer Seit­en­ladezeit auf 800 dpi run­terge­brochen, die Bildqual­ität ist u. a. abhängig von Qual­ität und Ein­stel­lun­gen des Betrachter-Bildschirms.

Kioskbe­sitzer in Dortmund
Am Rhein-Herne Kanal: Ob wohl ein­er anbeißt?
Au’m Weech nach’e Schicht …
Am Dort­mund-Ems Kanal: Ma guck­en wat los is

 

 

 

 

 

 

Im Pub – irgend­wo in Irland
Sea­mus O’Ken­ny, der Schul­rek­tor eines kleinen irischen Städtchens in der Nähe von Gal­way, abends im Pub – in Erman­gelung eines B&B’s lud er uns ein, bei ihm zu über­nacht­en. Zuhause bei Ihm trafen wir seine Frau, die, nach­dem der Whisky eingeschenkt war,  die Fid­del rausholte und Irish Folk spielte; bis in die frühen Mor­gen­stun­den. One more drunk­en night … Was für eine Nacht! 
Mr. Post­man in Ireland
Irland, im Pub auf Achill Island: Mr. Under­tak­er and Family
Haus-Mit­be­wohn­er in der Woh­nung über mir: In dieser türkischen Fam­i­lie sprachen alle drei Deutsch, die Mut­ter kochte phan­tastisch, alles war piek­sauber, man kon­nte “vom Fuß­bo­den essen” – so ging damals, Ende der 70er, Integration …
Im Pub in Irland: Den bei­den schmeckt’s! Später­hin warf man mich hin­aus; in dem Dorf war ein geheimer Stützpunkt der IRA – Pho­tog­ra­phers not welcome …
Alte Liebe ros­tet nicht, oder: Zwei wie Pech und Schwe­fel – Gutsmuth und seine Frau – arm, aber glücklich
Richter am Amts­gericht Dort­mund während der Ver­hand­lung; ich war auch bei ihm zuhause – wir führten inter­es­sante Gespräche …
Irish Pub: Der Beerdi­gung­sun­ternehmer, Mr. Undertaker
Oh-la-la, auf den Stufen der Wall­fahrt­skirche in “Les Saintes-Maries-de-la-Mer” lässt sich’s wun­der­bar dösen, wenn man zu tief in’s Glas (bess­er Flasche) geschaut hat …
Auf dem Fried­hof: Schon mal schauen, wie’s aussieht
Die Inhab­erin eines Schuhgeschäftes in einem Dorf in Wales
Unser Nach­bar in Frechen bei seinem lieb­sten Hob­by: Angeln – Stres­saus­gle­ich zu seinem Beruf:  Geschäftsstel­len­leit­er der Prov­inzial-Ver­sicherung Rheinland
“Le Père Paul Dentin”, Abt und ORDENSGRÜNDER der “Frères Aux­il­i­aires” in Pic­quigny sur Somme, Frankre­ich, So jeman­den trifft man nicht so oft im Leben …
Der Dort­munder Maler K. H. Stef­fen vor der Entste­hung eines neuen Werks in seinem Innen­hof – kein Unbekan­nter in der Kunstszene
Der Dort­munder Pup­pen­dok­tor – es gab nur noch diesen einen
Der Müller im Dort­munder Norden
Der Fass­bauer, auch Böttch­er genan­nt – es gibt nicht mehr viele
Der Stell­mach­er
Please Mr. Post­man – irgend­wo in Irland auf dem Land – das Guin­ness schmeckt,   jeden Tag auf’s Neue.
Sekretärin in einem Großraum­büro, Dortmund
Der Maler Hein­rich Müller-Wittgen­dorf, ein guter Fre­und des Haus­es. Bei uns zuhause gin­gen Kün­stler wie er, Emil Ober­le, Ger­hard Wind, Joseph Fass­ben­der u. a. ein und aus …
Der Fried­hof­s­gärt­ner, Herr Gruse­mann (er hieß wirk­lich so) bei der Arbeit
Et main­tenant, on va boire un coup …  Der Dorf­polizist von “Chateauneuf-du- Pape”  en Provence, Frankreich
Der Maler und Grafik­er Hein­rich Müller-Wittgen­dorf vor ein­er Vit­rine sein­er Sammlungsstücke
Der Drech­sler
Der Glas­bläs­er
“Mir ist lang­weilig” – beim Stahlar­beit­er­streik der Fa. Hoesch am Bor­sig­platz in Dortmund
Die Toi­let­ten­frau
“Le Père Paul Dentin”, Abt und ORDENSGRÜNDER der “Frères Aux­il­i­aires” in Pic­quigny sur Somme, Frankre­ich, im klöster­lichen Arbeit­sz­im­mer                                              vor seinen Schriften
Der Böttch­er, oder auch Fassbauer
Ragot­er un peu – man nen­nt das auch physis­chen Infor­ma­tion­saus­tausch, Saint Valerie-sur-Somme, Picardie, Frankreich
Gegen­sätze …   Abbeville, Picardie, Frankreich
Der Hafen­meis­ter beim Hafen­rundgang in Le Tre­port, Picardie, Frankreich
Der Bürg­er­meis­ter von Amiens auf sein­er Besprechungscouch, Picardie, Frankreich
“Ja damals …   Erin­nerun­gen wer­den wach …  im Hafen von Le Cro­toy, Picardie 
Krabben­fis­ch­er in Le Tre­port, Picardie, Frankreich
Micho Rus­sell (1915–1994) – eine Leg­ende des Irish Folk in O’Con­nors Pub in Doolin, Coun­ty Clare, Ire­land. Rus­sell war bekan­nt für sein einzi­gar­tiges Tin-Whis­tle Spiel. Doolin in Coun­ty Clare wird oft als die Wiege des Irish Folk beze­ich­net; es liegt ganz in der Nähe der “Cliffs of Moher”
Micho Rus­sell playin’ his Tin-Whis­tle. Du sitzt in einem unschein­baren Pub mit­ten in der Walachei in Coun­ty Clare. Micho kommt rein, bestellt sein Guin­ness, trinkt und packt seine Tin-Whis­tle aus, fängt an zu spie­len. Kommt noch ein Typ, bestellt sein Guin­ness, packt seine Fid­del aus, kurzes Zunick­en, sie spie­len zu zweit. Das war erst der Anfang – free con­cert at it’s best – unvergessen!
Irland ist weit und im Win­ter braucht’s viel Torf zum Heizen
Torf­stechen – irgend­wo In Irland
Nach dem Glam-Rock-Konz­ert in der Dort­munder Westfalenhalle
Presserecht­san­walt des “Stern”, Dr. Walther Klosterfelde

 

 

 

 

Mein Vater Friedrich (1925–2004)                                                                                                                          vor seinem Wand­bild in unserem Wohnz­im­mer. Neben seinem Beruf als Entwick­lungsleit­er für Baut­en-Anstrich­mit­tel (auch Erfind­er des WDS, des Wärme-Dämm-Sys­tems für Fas­saden) bei Her­bol, später BASF, hat­te er sein großes Hob­by:  Kun­st – in all ihren ver­schieden­sten Darstel­lungs­for­men. Wenn man dieses Bild sieht, glaubt man nicht, dass er und meine Mut­ter ihre let­zten Leben­s­jahre in der Demenz ver­bracht­en und mich und sich selb­st nicht mehr erkan­nten – eine Tat­sache, die ich bis heute nicht völ­lig über­wun­den habe, denn wir waren eine sehr har­monis­che, sehr kom­mu­nika­tive Fam­i­lie. Ihm und mein­er wun­der­baren Mut­ter Wal­bur­ga (1926- 2009) ver­danke ich sehr viel. R.I.P. und von ganzem Herzen DANKE für Alles!